Zahlreiche Studien zu Produktionsmethoden in der Modebranche zeigen, dass Energieeinsparungen möglich sind. Das ist nicht nur möglich, Energieeinsparung muss das Hauptziel der Textilindustrie sein.
Das derzeitige Wirtschaftssystem, das der Modebranche zugrunde liegt, basiert größtenteils auf einer linearen Wirtschaft, die enorme Mengen an Rohstoffen investiert: Strom, Wasser, Treibstoff, Land.
Laut der Fashion on Climate -Studie, die von McKinsey & Company in Zusammenarbeit mit Global Fashion Agenda (GFA) durchgeführt wurde, „verursachte die globale Modeindustrie im Jahr 2018 etwa 2,1 Milliarden Tonnen Treibhausgasemissionen, was 4 % der gesamten globalen Treibhausgasemissionen entspricht“.
Im neuesten Bericht über die Modebranche, „The Pulse of the Fashion Industry 2019 “ (GFA), sind die Ergebnisse zwar besser als in den Vorjahren, aber dennoch negativ: Die nachhaltigen Lösungen der Unternehmen reichen noch nicht aus, um die große Impact-Energie auszugleichen wird produziert. Aktuellen Prognosen zufolge werden die weltweiten Emissionen bis 2030 um 63 % steigen.
Daher ist ein Wendepunkt notwendig: Die lineare Wirtschaft muss einer Kreislaufwirtschaft weichen, die in erster Linie das Recycling von Abfallstoffen, die Verwendung von Fasern mit weniger Auswirkungen auf die Umwelt und die Steigerung der Artenvielfalt, aber auch die bewusste Nutzung und den Einsatz von Fasern umfasst Wiederverwendung von Kleidung. Auf diese Weise können wir auf eine bessere Leistung der verwendeten Materialien hoffen, wobei das Hauptziel darin besteht, Energie zu sparen.
Woher wissen, wie viel ein Kleidungsstück kostet? Berechnung der Kosten pro Verschleiß
Die Kosten pro Tragen (CPW) sind die Daten, die man erhält, indem man die Kosten eines Kleidungsstücks durch die Anzahl der Tragevorgänge dividiert. Diese Daten sind sehr nützlich, um den Abfall, den wir als einfache Käufer jeden Tag unbewusst produzieren, im Hinblick auf die wirtschaftlichen und ökologischen Kosten zu verstehen. Je öfter ein Kleidungsstück getragen wird, desto weniger Auswirkungen hat es auf unser Konto und auf das Konto des Planeten.

Eine Jeans, die bei nur dreimaligem Tragen 15 € kostet, ergibt einen CPW von 5 €. Das gleiche Ergebnis erhält man mit einer Jeans, die 150 € kostet, aber 30 Mal getragen wird. Natürlich müssen wir berücksichtigen, dass die beiden Jeans sehr unterschiedliche Produktionszeiten und -kosten haben. Eine 15-Euro-Jeans wird aus minderwertigen Materialien, oft von unterbezahltem Personal, in sehr großen Mengen hergestellt. Eine 150-Euro-Jeans hingegen hat eine geringere Auswirkung in Bezug auf die Ausbeutung und eine größere Auswirkung in Bezug auf die Energieeinsparung.
Als Käufer müssen wir daher die Entscheidungen, die wir in der Modebranche treffen, ernst nehmen: Die Rückkehr zur Qualität statt der Quantität ist eine Maßnahme, die nicht nur wirtschaftlich vorteilhaft, sondern auch unbedingt notwendig ist, um Energieeinsparungen in der Modebranche zu erzielen.
Baumwolle vs. Bio-Baumwolle: Achten Sie auf die Kosten
Bio-Baumwollprodukte können für Käufer höhere Kosten verursachen, aber was ist mit der Umwelt?
Die Arbeit von Textile Exchange zeigt uns, wie sich der Einsatz von Bio-Baumwolle positiv auf die Energieeinsparung auswirkt. Der ökologische Landbau achtet auf die Artenvielfalt und die Gesundheit des Bodens und verbraucht weniger Energieressourcen für die Herstellung von Materialien, die zur Herstellung von Kleidung verwendet werden.

Daher ist es wichtig, Kleidungsstücke zu wählen, die nach Standards zertifiziert sind, die diesen Grundsätzen entsprechen, darunter: Global Organic Textile Standard (GOTS).
Welche bewussten Entscheidungen sollten beim Kauf getroffen werden?
Als Verbraucher stehen wir am Ende der Produktionskette, für uns wird die Produktion in Gang gesetzt. Bewusstsein ist daher von grundlegender Bedeutung, um Veränderungen herbeizuführen. Kleine, aber wichtige Maßnahmen wie diese können den Unterschied bei der Erreichung des Energieeinsparziels ausmachen, das uns die Wissenschaft vorgibt:
- Kaufen Sie Kleidung nur, wenn es unbedingt notwendig ist
- Wählen Sie Kleidung aus biologisch abbaubaren Naturfasern und/oder recycelten Kunstfasern
- Bevorzugen Sie Kleidungsstücke, die aus einer einzigen Textilfaser hergestellt sind, um ein späteres Recycling zu ermöglichen
- Gehen Sie bewusst mit Kleidung um: Waschen Sie sie bei Bedarf nach mehrmaligem Tragen und bei niedrigen Temperaturen
- Entsorgen Sie gebrauchte Kleidungsstücke ordnungsgemäß, indem Sie sie in einer separaten Abfallsammlung recyceln.

Bewusstes Handeln ist eine grundlegende Entscheidung auf dem Weg zu 100 % nachhaltiger Mode . Auch wir sind Teil der Modebranche und unsere Entscheidungen beeinflussen die Wirtschafts- und Produktionsmechanismen, die wir oft übersehen. Es geht nicht nur darum, welche Kleidung man trägt, sondern auch darum, an welche Werte man glaubt.
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